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«Diplomatie in Bewegung»

Einblick in den spannenden Alltag von Diplomaten konnten 90 Thurgauer Freisinnige anlässlich der 67. Herbsttagung am Samstagabend in der Dorfalm Mettendorf nehmen.

Den Steilpass für das Thema der 67. Herbsttagung hatte Bundesrat Ignazio Cassis an der letztjährigen Ausgabe des Traditionsanlasses im Casino Frauenfeld gegeben. «Innenpolitik ist Aussenpolitik», erklärte der Bundesrat damals in seiner gehaltvollen Rede bei den Thurgauer Freisinnigen. Die FDP lebe den Slogan aber auch umgekehrt, meinte Parteipräsident David H. Bon am letzten Samstagabend in der Dorfalm Mettendorf. «Denn solche Anlässe fördern den inneren Zusammenhalt und lassen uns geeint nach Aussen auftreten. Zudem lautet einer der liberalen Grundsätze «Selbstverantwortung übernehmen und selber machen».

Mehr als Beziehungen pflegen

«Diplomatie beschränkt sich heute nicht mehr auf die zwischenstaatlichen Beziehungen.» Auch jedes innenpolitische Thema habe eine aussenpolitische Komponente, verrieten alt Botschafter Dr. Beat Nobs und alt Minister Dr. Max Schweizer im Gespräch mit Martina Pfiffner Müller. Wie passend der gewählte Titel «Diplomatie in Bewegung» ist, wurde während des spannenden Austausches immer wieder deutlich. Max Schweizer, von Finnland bis Südafrika im Einsatz und durch Aufenthalte in Saudi-Arabien und der Türkei vertraut mit Einsichten in den politischen Islam, war zudem an der Aushandlung von Freihandelsabkommen im In- und Ausland, zusammen mit den EFTA-Partnern, beteiligt. Dr. Beat Nobs amtete bis 2019 als Schweizer Botschafter in Kanada und im Commonwealth der Bahamas und zuvor in Neuseeland und den Inselstaaten des Südpazifiks. Viel bewegt hat Beat Nobs auch als erster Schweizer Botschafter für Umweltangelegenheiten, wo er sich sowohl als Vize-Präsident im Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) wie auch als Vize-Präsident der UNFCCC (UN Framework Convention on Climate Change) einen grossen Namen machte.

Beeindruckt in Asien – misstrauisch in Europa

«Die Schweiz geniesst generell in der Welt grundsätzlich noch immer einen sehr guten Ruf. Während in EU-Europa hauptsächlich aufgrund unseres direkt demokratischen Entscheidungsprozesses ein gewisses Misstrauen herrscht, erfährt die Schweiz vor allem in Asien aufgrund ihres wirtschaftlichen Erfolgs grosse Anerkennung», weiss Beat Nobs. Bezüglich der Verhandlungen mit der EU meinte Nobs: «Wir brauchen ein Rahmenabkommen. Ich hoffe aber sehr, dass unsere Regierung die Verhandlungen bis zu einem akzeptablen Resultat nach dem Motto «nichts ist vereinbart, bis alles vereinbart ist» weiterführt.» Die beiden ehemaligen Diplomaten verrieten den 90 Anwesenden nicht nur, wie wichtig die Diplomatie in den Beziehungen zwischen den Staaten ist, wie begehrt eine Aufgabe in den rund 150 Auslandvertretungen der Schweiz ist, sondern auch, welche Auswirkungen die jeweils vom Bundesrat im Rahmen der üblichen Versetzungsrhythmen bekannt gegebenen Wechsel auf das Familienleben haben. «In unserem Beruf wird man gelebt», bestätigten die ehemaligen Diplomaten unisono. Und zum Schluss plauderten die beiden Diplomaten auch noch etwas aus dem Nähkästchen. So etwa, wie eine Verwechslung bei einem Staatsbesuch beinahe eine Staatskrise ausgelöst hätte.

Es ist Zeit zum Handeln

Für den innenpolitischen Farbtupfer sorgte an der 67. Herbsttagung der Jungfreisinnige Ramon Weber, der die Renteninitiative rhetorisch und inhaltlich brillant vorstellte. «Die Alterung der Gesellschaft ist seit Jahren Realität und die Politik hat es verpasst, die AHV nachhaltig zu sanieren und Fehlkonstruktionen im BVG zu beseitigen. Es ist nun Zeit zu handeln», machte Ramon Weber deutlich. «Wir wollen allen Schweizerinnen und Schweizern eine angemessene Rente ermöglichen. Mit dem aktuellen AHV-System ist das in absehbarer Zukunft jedoch nicht mehr möglich. Denn während 1950 noch sieben Einzahlerinnen und Einzahler eine Rente finanziert haben, sind es heute vier. Und im Jahr 2040 werden es nur mehr zwei Erwerbstätige sein. Diese Verteilung der Finanzlast ist für nachfolgende Generationen nicht mehr zumutbar. Wir brauchen daher ein Rentenalter, das sich an die höhere Lebenserwartung der SchweizerInnen anpasst», führte Ramon Weber aus. Dass die mitgebrachten Unterschriftenbögen an der Herbsttagung reissenden Absatz fanden, ist ein gutes Zeichen für die erst vor wenigen Tagen gestartete Unterschriftensammlung. Den bewegten, von Maja Lüscher wiederum perfekt organisierten Abend rundeten die Hot Jumpers aus Frauenfeld ab. 90 gut gelaunte Freisinnige liessen sich von den Rock'n'Roll Klängen mitreissen und klatschten begeistert mit. 

Bildergalerie https://www.flickr.com/photos/183787005@N08/albums/72157711724468528

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Der Kanton Thurgau verfügt über ein stattliches Reservekapital von rund 130 Millionen Franken aus dem Erlös der ersten Tranche TKB-Partizipationsscheine. Für die FDP-Fraktion ist klar, dass dieses Geld zukunftsgerichtet und mit nachhaltiger Wirkung eingesetzt werden muss. Die FDP.Die Liberalen unterstützt deshalb den Antrag «Bericht über strategische Investitionen der Partizipationserlöse». Mit einem Gesamtkonzept können die Kriterien für die Verwendung der Gelder festgelegt und Ideen gebündelt sowie priorisiert werden.

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Das E-Mobilität-Förderungsprogramm des Kantons Thurgau zeigt Wirkung. In keinem anderen Kanton werden so viele neue Elektroautos zugelassen. Dass der Kanton Thurgau die Spitzenposition belegt, ist kein Zufall. Den Stein ins Rollen gebracht hat FDP-Kantonsrat Daniel Eugster, der im Frühjahr zusammen mit 67 Mitunterzeichnern den Regierungsrat aufforderte, in einem Bericht Chancen und Risiken der Elektromobilität aufzuzeigen. Daraus folgend hat der Kanton Thurgau ein umfassendes Konzept erstellt und FDP-Regierungsrat Walter Schönholzer, dessen Departement auch für den Energiebereich verantwortlich zeichnet, rasch entschieden: Der Umstieg auf E-Autos wird unter gewissen Voraussetzungen finanziell gefördert, um den noch grossen Preisunterschied zu herkömmlichen Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren zu minimieren. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2019 waren schweizweit 3.95 Prozent der neu eingelösten Personenwagen mit einem batterieelektrischen Antrieb ausgerüstet. Im Kanton Thurgau liegt dieser Wert bei 7.3 Prozent, was der schweizweit beste Wert ist. Dies zeigt, dass Konsumenten auf finanzielle Anreizsysteme reagieren und Verhaltensänderungen möglich sind.

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